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Messung
der Lautheit in Sone (DIN 45631)
Für die Messung der Lautheit in Sone bieten wie ein Komplettpaket an.LautstärkeSchall kann zunächst
mit Hilfe von verschiedenen physikalischen Größen wie Schalldruck,
Schallintensität oder Schallenergie beschrieben werden. Diese Werte spiegeln
aber nur unzulänglich die subjektiv wahrgenommene Lautstärke wieder. Eine
erste Näherung stellen die verschiedenen Gewichtungskurven (Bewertung) dar. Sie
berücksichtigen die unterschiedliche Empfindlichkeit des menschlichen Ohres in
Abhängigkeit der Frequenz. Diese Empfindlichkeiten sind allerdings pegelabhängig.
Daraus resultieren eine Vielzahl von unterschiedlichen Gewichtungskurven. Am
gebräuchlichsten sind die A und C Kurven. Ein Sinuston geringer Lautstärke von
z.B. 50dB(A) wird bei unterschiedlichen Frequenzen als gleichlaut empfunden.
Diese Ergebnisse gehen auf die Forschungsarbeiten von Barkhausen zurück, die er
um 1920 veröffentlicht hat. Allerdings sind reine Sinustöne in der Natur eher
selten, so daß das Hörempfinden nur ungenau abgebildet wird. Die breite
Verwendung dieser Meßwerte liegt einzig darin, daß sie vergleichsweise einfach
aus den physikalischen Größen zu bestimmen sind. Daher sind diese Bewertungen
mittlerweile in nahezu allen Handschallpegelmessern enthalten.
WinAudioMLS mit
aktivierter Sone-Messung. Die Messwerte werden in Echtzeit angezeigt. Ein vollständiges
Meßsystem besteht aus folgenden Komponenten: · PC/Laptop mit Microsoft Windows ·
WinAudioMLS mind. PRO
Version ·
WinAudioMLS plug-in „1/3
Oktav RTA“ · WinAudioMLS plug-in „Sone/Loudness“ ·
Meßmikrofon ·
Soundkarte mit geeignetem
Vorverstärker (insbesondere. Phantomspeisung) ·
Schallkalibrator oder
Handschallpegelmesser ·
Stativ Lautheit (Sone)Ein breitbandiges
Rauschen erzeugt eine andere subjektiv wahrgenommene Lautstärke als ein
einzelner Ton gleichen Pegels gemessen in dB(A). Daher ist dieses einfache Maß
nur eingeschränkt aussagefähig. Zwicker hat solche psychoakustischen Effekte
intensiv untersucht und Modelle für das Hörempfinden erstellt. Ein einfacher
Effekt ist z.B. der Verdeckungseffekt (Maskierung). Besteht ein Signal aus einem
lauten Ton, so werden leisere Tone nicht wahrgenommen. Niemand würde bei einem
Symphoniekonzert das leise Trippeln einer Maus erkennen. Obwohl diese in leisen
Musikphasen hörbar wäre. Diese und andere Effekte dienen auch als Grundlage für
verlustbehaftete Audiokomprimierung wie z.B. das sehr bekannte MP3 Verfahren zur
Komprimierung von Musik. Hier werden Signalanteile, die gemäß den Modellen
nicht gehört werden können, nicht gespeichert. Basierend auf seinen
umfangreichen Hörtests hat Zwicker ein Lautheitsmaß (engl. loudness)
entwickelt, das für stationäre Signale ein deutlich verbessertes Maß als dB(A)
darstellt. Die Einheit der Lautheit ist Sone. Im Gegensatz zur dB(A) ist dies
eine lineare Größe. Dies heißt das z.B. 2 Sone doppelt so laut ist wie 1 Sone.
Der Bezugspunkt ist 1 Sone, dies entspricht einem Sinuston mit 1000Hz bei einem
Pegel von 40dB. Wie bereits erwähnt
eignet sich die Lautheit insbesondere für stationäre Signale. Die Anwendungen
sind z.B. in der Beurteilung von Klimaanlagen, Lüftungsanlagen aber auch
typischen PC-Komponenten wie Festplatten oder CPU-Kühler etc. Die Lautheit berücksichtigt
die subjektiv wahrgenommene Lautstärke. Sie beschreibt allerdings nicht wie
angenehm oder störend ein Ton ist. Ein Sinuston wird von vielen Menschen sicher
angenehmer empfunden als das Geräusch eines Zahnarztbohrers gleicher Lautheit. Die Berechnung der
Lautheit basiert auf den Ergebnissen einer Terzanalyse (1/3 Oktave). Daher ist für
das Lautheits Plug-in (#3010) das 1/3-Oktave Modul (#3004) Voraussetzung. Die
Messung der Lautheit erfordert zudem eine Kalibrierung auf absolute Schallpegel.
Hierfür wird ein Handschallpegelmesser oder ein Kalibrator benötigt.
Messung an sehr leisen GerätenVielfach werden
Lautheitsmessungen an sehr leisen Geräten (z.B. Beamer, Laptops etc.) durchgeführt.
Normalerweise ist der Meßabstand 1m. Eine sinnvolle Messung kann nur dann
durchgeführt werden, wenn die Meßsignale deutlich über dem Ruhepegel liegen.
Der Ruhepegel ergibt sich aus dem Umgebungslärm und dem Rauschen der Messkette
(Mikrofon, Vorverstärker etc.). In einem Büro
mit einem Ruhepegel von 45dBA ist es nahezu unmöglich leise Lüfter mit
25dBA zu messen. Da das menschliche Ohr
sehr empfindlich ist, werden auch an die Messkette höchste Anforderungen
gestellt. Bei jeder Messung
sollte daher unbedingt der Ruhepegel d.h. mit abgeschalteter Meßquelle gemacht
werden. Im Idealfall sollte eine
spezielle Absorberkammer verwendet werden, die sowohl Reflexionen als auch
Umgebungslärm unterdrückt. Zumindest sollte der Umgebungslärm minimiert
werden (Fenster, Klimaanlage, PCs etc). Viele Meßmikrofone
haben eine Empfindlichkeitsgrenze von 30dB und definieren damit bereits eine
untere Grenze des Meßbereichs. Vielfach wird daher
der Meßabstand verringert z.B. 25cm statt 1m um den Meßpegel anzuheben. Der
verringerte Abstand wird bei der Kalibierung als Korrekturfaktor berücksichtigt
(hier 12dB), so dass WinAudioMLS den Pegel auf 1m bezogen anzeigt. Bei dem Abstand von
25cm und einem Schallkalibrator mit 94dB muss dann ein Bezugswert von 82dB
angegeben werden. Ein Schallpegel von 82dB wird damit als 94dB angezeigt. Der
Korrekturfaktor ist 6dB pro Halbierung des Abstandes. Diese Näherung gilt
jedoch nur im Fernfeld bei kugelförmiger Ausbreitung. Im Nahfeld können z.B.
Beugungseffekte die Schallausbreitung deutlich verändern. Bei Messungen mit verändertem
Abstand sollte dieser daher unbedingt dokumentiert werden, da sonst die
Vergleichbarkeit der Messungen nicht gewährleistet ist. Meßdurchführung Mit WinAudioMLS können
Sie eine Lautheitsmessung sowohl manuell als auch automatisch durchführen Bei der automatischen
Messung werden viele Parameter auf Plausibilität überprüft und so mögliche
Fehlerquellen reduziert. Weiterhin kann ein verringerter Meßabstand direkt
eingegeben werden. Die manuelle Messung ist dann sinnvoll, wenn Sie den Aufbau
und die Parameter schon optimiert haben und schnell eine Messung durchführen möchten.
Weiterhin müssen sie die manuelle Meßmethode verwenden, wenn Sie keinen
Schallpegelkalibrator besitzen. Automatische Messung Bei der automatischen
Messung werden Sie durch die einzelnen Schritte geführt. Die Meßergebnisse
werden übersichtlich in einem Bericht gespeichert. Starten Sie die
Messung mit Easy Measurements->Sone/Loudness aus der Menüleiste.
Wählen Sie ein
Verzeichnis, in dem die Messergebnisse gespeichert werden sollen.
Verbinden Sie den
Kalibrator mit dem Mikrofon und schalten Sie diesen ein.
In diesem Bild ist
deutlich die Frequenz des Kalibrators (hier 1000Hz) zu erkennen. Sie müssen im
nächsten Schritt die Verstärkung des Mikrofonsignals einstellen. Ist die Vertärkung
zu hoch, so ist die Meßkette übersteuert und es kommt zu einer Verfälschung
der Meßergebnisse. Ist die Verstärkung zu niedrig, so steigt der Rauschpegel. WinAudioMLS hilft
Ihnen, die optimale Einstellung zu finden. Hierzu wird der Pegel (RMS) und der
Störabstand (THD+N) fortlaufend gemessen. Beide Werte warden in zwei
Paramview-Fenstern dargestellt. Sofern die Werte sinnvoll sind, sind beide
Balken grün. Geben Sie den
Bezugswert des Kalibrators ein, in der Regel ist dies 94dB.
Die Messwerte
erscheinen jetzt in absoluten Schallpegeln. Im nächsten Schritt können
Sie den Meßabstand eingeben. Die Meßergebnisse werden dann automatisch auf
einen Meßabstand von 1m umgerechnet.
Bei der automatischen
Messung wird grundsätzlich der Ruhepegel gemessen und dokumentiert. Damit wird
sichergestellt, daß der Pegel des Messobjektes auch deutlich über dem
Ruhepegel liegt. Schalten Sie daher den Kalibrator und das Meßobjekt aus.
Im letzten Schritt
schalten Sie das Meßobjekt ein und bestätigen Sie dies in der Dialogbox.
Die Meßergebnisse
werden jetzt alle in ein HTML-Datei geschrieben, die Sie mit einem
Internetbrowser öffnen oder ausdrucken können. Sobald die Messung
abgeschlossen ist, wird der Bericht automatisch angezeigt. Die folgenden
Bildschirmfotos zeigen einen solchen automatischen Bericht.
Manuelle MessungFür eine manuelle
Messung müssen Sie die folgenden Schritte durchführen ·
Aktivierung des Terzanalysators ·
Bewertungen sollten
abgeschaltet werden ·
Kalibrierung d.h. die Anzeige
muß den absoluten Schallpegel anzeigen. ·
Aktivierung der
Lautheitsmessung ·
Zuerst Messung des Ruhepegels
ohne Meßobjekt Starten Sie
WinAudioMLS in der Grundeinstellung und aktivieren Sie die Sone Messung mit
plugins->loudness (Sone).
Das Bild zeigt das
unkalibrierte Ruhegeräusch. Im nächsten Schritt legen Sie den Kalibrator an
das Mikrofon.
Sie können
WinAudioMLS auch mit einem Handschallpegelmesser kalibrieren. Allerdings ist
dieser Weg etwas umständlicher und fehleranfälliger. Sie finden Details zur
Kalibrierung mittels Handschallpegelmesser in dem Kapitel “Kalibrierung”.
Bitte achten Sie
darauf, das der Pegel zwischen –10dB und –5dB liegen sollte. Andernfalls ändern
Sie bitte die Verstärkung. Achten Sie auch darauf, daß die Verzerrungen möglichst
gering sind. Übersteuerungen sind unbedingt zu vermeiden. THD+N sollte
unterhalb von –15dB liegen. Starten Sie die
Kalibrierung mit Wizards->Quick calibration
Die Anzeige zeigt
jetzt das kalibrierte Referenzsignal mit 94dB(A) an.
Sie können das
Mikrofon jetzt an die Schallquelle positionieren. Bitte beachten Sie den
genormten Abstand von 1m. Achten Sie auch darauf, daß der Pegel der
Schallquelle deutlich über dem Ruhegeräusch liegt.
Bei stärkeren
Schwankungen des Signals, können Sie auch eine Mittelung (Average) einschalten.
Hier werden 10 Blöcke gemittelt, also bereits ein Zeitraum von 1.8s.
Spezifische
Lautheit
WinAudioMLS kann die
spezifische Lautheit grafisch darstellen, die für viele akustische Analysen benötigt
wird. Voraussetzungen:·
WinAudioMLS mind. PRO Version ·
WinAudioMLS plug-in „1/3
Oktav RTA“ · WinAudioMLS plug-in „specific Loudness“ ·
Meßmikrofon und Soundkarte ·
Schallkalibrator oder
Handschallpegelmesser BeispielDas folgende Beispiel
zeigt eine Messung mit aktiver Messung.
In dieser Messung ist
die spezifische Lautheit im oberen Meßfenster und der 1/3 Oktav Analysator im
unteren Meßfenster sichtbar. Gleichzeitig wird die breitbandige Lautheit und
der A-bewertete Schallpegel angezeigt. Für eine korrekte
Messung muß das Gesamtsystem mit einem Schallkalibrator oder Schallpegelmesser
kalibriert werden, da das zugrundeliegende psychoakustische Modell pegelabhängig
ist.
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